26 | 04 | 2019

Die 80er und 90er Jahre

Das Jahr 1981 brachte für den gesamten Sportbetrieb des Vereins Dinslakener Sportkegler mit der Inbetriebnahme der 8-Bahnenanlage unterhalb der neu gebauten Eissporthalle eine grundlegende Veränderung. Nach langen, zähen Verhandlungen mit der Stadt Dinslaken konnte im Rahmen dieser Baumaßnahme die Erstellung einer Kegelsportanlage durchgesetzt werden, die weitgehend unseren Wünschen entsprach. Neben vielen anderen Problemen war die Aufteilung der Bahnen durch Trennwände und damit die mögliche Nutzung durch Gesellschaftskegler lange umstritten und konnte erst im letzten Augenblick abgewendet werden.

Im August 1981 wurde mit einem BKSA-Kegeln der Sportbetrieb in unserer neuen Kegelsporthalle eröffnet. Optimale Trainingsmöglichkeiten, ein sauberes und freundliches Umfeld und von unseren eigenen Leuten bestens gepflegte und gewartete Bahnen sorgten für einen sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen und eine enormen Leistungsaufschwung. Für die Dinslakener Sportkegler begann eine neue Kegler-Ära. An dieser Stelle sei den Wirten und Gaststätten Dank gesagt, für die über Jahrzehnte lange Bereitschaft, uns für unsere Meisterschaften und Ligenspiele ihre Bahnen zur Verfügung stellten. Wir waren sicherlich nicht die unangenehmsten, wenn auch nicht gerade – wegen unserer sportlichen Ambitionen – die verzehrfreudigsten Gäste. Endlich aus dem Dunstkreis der „Thekensportler“ herauszukommen war ein lang gehegter Wunsch und ein erklärtes Ziel der Vereinsführung. Offen zu sein für Schüler und Jugendliche, ohne die Angst der Eltern vor Alkohol- und Zigarettendunst. Die neue Anlage durch das Montieren von Lichtbänden zerrte gleich zu Beginn der Übernahme erheblich an den finanziellen Rücklagen. Jedenfalls war der Start bravourös geschafft, der Trainingsbetrieb lief auf vollen Touren und die einzelnen Klubs hatten ihre festen Übungszeiten.

Im Laufe der nächsten 1 bis 2 Jahre verließen uns allerdings eine Reihe von Keglerinnen und Keglern, die im Überschwang der ersten Begeisterung von der schönen Anlage zu uns gekommen waren. Viele hatten nicht geglaubt, dass 100 bis 200 Kugeln hintereinander geworfen harter Leistungssport bedeutet und Kondition und Konzentration erfordert. Es stellte sich auch schnell heraus, dass die Kosten für diese neue Anlage allein durch tragbare Beiträge der Mitglieder nicht gedeckt werden konnten. Der Verein war und ist sicherlich in Zukunft auf Veranstaltungen und überörtliche Meisterschaften angewiesen, die durch Startgelder die finanzielle Lage des Vereins verbessern. In diesem Zusammenhang müssen die offenen Stadtmeisterschaften der Gesellschaftsklubs erwähnt werden, die sich größter Beliebtheit erfreuen und einen nicht unerheblichen Werbeeffekt erzeugen. Diese Maßnahmen setzen allerdings die Einsatzbereitschaft einen jeden Mitglieds voraus, die sich durch Anschreib- und Aufsichtsbereitschaften ausdrückt. Wir wollen aber hier nicht nur die finanzielle Seite des Vereins sehen. Sportlich trug diese neue Anlage, wie bereits erwähnt, naturgemäß zu einer rasanten Verbesserung der Leistungen.

Die Regentschaft von Günter Schlagregen währte nur bis 1983. An diesem Zeitpunkt übernahm mit viel Engagement und Enthusiasmus Fritz Rixfehren die Leitung des Vereins. Unter seiner Regie wuchs der Verein zu seiner heutigen Größe und Bedeutung. Mit ihm begann auch für unseren Kegelsport das Computer- und Fernsehzeitalter. Diese Umstellung wurde von Friedhelm Unterberg fach- und sachkundig unterstützt. Unsere Kegelsportanlage, mit Bildschirmen und einem bestens funktionierenden Ergebnisdienst ausgestattet, ist sicherlich vorbildlich im gesamten Sportkegeln-Zirkus und wird von allen Gästen bestaunt und bewundert.

Mitte der 80er Jahre reifte in unserem Verein ein großes Kegeltalent heran: Sabine Stumpf. Als A-Jugendliche errang sie Erfolg über Erfolg. 1985 erreicht sie bei den Westdeutschen Meisterschaften den 2. Platz im Einzel und wurde mit Dirk Schlagregen Westdeutsche Meister in im Mixed. Bei der anschließenden Deutschen Meisterschaft in Salzgitter gelang ihr die Vizemeisterschaft im Einzel. Den 1. Platz aber belegte sie zusammen mit Dirk Schlagregen im Mixed. Durch diesen Erfolg konnte nicht verhindert werden, dass andere Vereine auf unser Talent aufmerksam wurden. Es kam dann, wie es zu befürchten war, der Verein Paffrath warb sie ab (leider ohne Ablösesumme) und feierte anschließend dann große Erfolge mit seiner Damenmannschaft. Es würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen, wenn aller überregionalen Erfolge unserer Vereinmitglieder erwähnt würden. Deshalb sei hier durch die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften aufgezählt, die unser Spitzenmann Uwe Gnutzmann trotz zahlreicher Titel bei Vereins-, Bezirks-, Gau- und Westdeutschen Meisterschaften leider nie erreichte.

Nur einmal, im Jahre 1991 wäre es ihm vergönnt gewesen, mit unserer Senioren A Vereinsmannschaft bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel dabei zu sein. Zunächst musste aber die Klippe Westdeutsche Meisterschaften in Porta Westfalica überwunden werden. Als krasser Außenseiter konnte unsere Mannschaft mit Uwe Gnutzmann 671, Fritz Rixfehren 662, Berthold Grieb 655, Dietrich Balduhn 653, Albert Saemann 627 und Rudi Timm/Karl-Heinz Grote 591 hinter Solingen und Köln einen 3. Platz belegen und sich damit die Teilnahme an der Westdeutschen Meisterschaft sichern.

Mit großer Begeisterung fuhren unsere Senioren A-Mannschaft zu den Deutschen Meisterschaften nach Kassel. Leider ohne Uwe Gnutzmann (Urlaub): Die ersten beiden Starter mussten bereits um 9 Uhr auf die Bahn und reisten daher einen Tag früher an. Mit 617 Holz durch Fritz Rixfehren und etwas enttäuschenden 578 Holz von Dietrich Balduhn lagen wir mit dem Gesamtergebnis von 1195 Holz im Mittelfeld. Die anschließend kegelnden Sportkameraden zeigten Nerven und blieben trotz größter stimmlicher Unterstützung der zahlreich mitgereisten Fans unter ihren Möglichkeiten. Die 566 Holz von Rudi Timm und 576 Holz von Albert Saemann waren zu wenig, um vorne mitzumischen. Berthold Grieb war total von der Rolle und wurde nach 50 Wurf von Karl-Heinz Grote abgelöst. Gut hielt sich der für Uwe Gnutzmann eingesprungene Heinz Ciemniak mit 593 Holz. Mit insgesamt 3498 Holz langte es leider nur zum 10. und letzten Platz. Wenn auch die erhoffte gute Platzierung ausblieb, so war allein die Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft für alle ein großes Erlebnis.

Eine räumliche Verbesserung der Anlage durch die Vergrößerung des Vorraumes mit Einbeziehung der Toiletteneingänge mittels einer Betondecke konnte der Verein 1994 bei der Stadt erreichen. An dieser Stelle sei einmal der Stadt Dinslaken gedankt, die immer ein offenes Ohr für die Belange unseres Vereins hatte. Dieser zusätzliche Raum kam dem Verein bei der Ausrichtung der Westdeutschen Jugendmeisterschaft im April/Mai 1996 und vor allen Dingen bei den vom 6. – 9. Juni 1996 auf unserer Anlage durchgeführten Deutschen Jugendmeisterschaften zu Gute. Diese nach Dinslaken geholte Meisterschaft, nach den Westdeutschen in 1984 und den Deutschen Versehrten 1994 war sicherlich ein weiterer bedeutender Meilenstein in der Geschichte des Vereins. Eine von allen Teilnehmer/innen und Gästen über den Klee gelobten Veranstaltung, war ein organisatorisches Meisterstück des Vorstandes und der zahlreichen Helfer. Da passte einfach alles zusammen, die gut bespielbaren Bahnen, der Ergebnisdienst, die imponierenden Siegerehrungen in der abgetauten Eissporthalle bis hin zum sonnigen Wetter. Das bunte Bild rund um die Eingangshalle wird vielen sicherlich lange in Erinnerung bleiben. Zu alledem kam auch noch ein sportlicher Erfolg für die Dinslakener A-Jugendlichen Andrea und Daniel Niesner im Paarkampf Mixed heraus. Nach einem harten und spannenden Ringen wurde dieses Geschwisterpaar 2. Deutscher Meister.

Wenn man von der Vereinsjugend spricht, die im Übrigen einen erfreulichen Aufschwung in den letzten Monaten genommen hat, so darf ein Name nicht fehlen: Sefi Grote. Auch als die Mutter der Kompanie bezeichnet, hat sie enorm viel für die Jugendarbeit geleistet, bei uns im Verein uns darüber hinaus zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz im Gau Niederrhein und im WKV. Eine feste Größe im Verein und ständiger Ansprechpartner, wenn es darum geht, Aufgaben zu übernehmen.